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GÜTESIEGEL & KENNZEICHEN

Im Folgenden möchten wir Sie über die Bedeutung verschiedener Gütesiegel, Kennzeichen, Zulassungen und weiterer Schlagworte informieren, die häufig im Bereich der Verlegewerkstoffe genannt werden oder auf Etiketten und Produktdatenblättern zu finden sind.

Für die Nutzer von Wohnräumen sind die Themen Schadstofffreiheit bzw. Emissionsarmut und Wohngesundheit sehr wichtig. Mit entsprechenden Emissionssiegeln wie dem EMICODE oder dem Blauen Engel können die Hersteller Nachweise über die Erfüllung strenger Anforderungen erbringen.

Um die Nachhaltigkeit von gesamten Gebäuden systematisch zu fördern und zu dokumentieren, hat sich in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Gebäudezertifizierungssystemen etabliert. Nachfolgend haben wir die in der Schweiz aber auch in Europa relevanten Gebäudezertifizierungssysteme LEED und BREEAM kurz beschrieben. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass nicht die einzelnen Produkte zertifiziert werden, sondern das gesamte Gebäude. Bauprodukte müssen jeweils bestimmte Kriterien erfüllen um in diesen nachhaltigen Gebäuden eingesetzt werden zu dürfen.

Umweltproduktdeklarationen (EPD), UZIN Nachhaltigkeitsdatenblätter sowie die UZIN-Ökoline bieten umwelt- und emissionsrelavante Informationen und können auch als Nachweise in der Gebäudezertifizierung dienen.

Der EMICODE beschreibt das Emissionsverhalten von Verlegewerkstoffen und anderen Bauprodukten über die Zuordnung zu den Emissionsklassen EC 1 Plus bis EC 2 (Reihenfolge entsprechend zunehmender Emissionshöhe). Praktische Bedeutung haben dabei nur die Klassen EC 1 Plus (sehr emissionsarm Plus) und EC 1 (sehr emissionsarm). Der EMICODE ist bei Verlegewerkstoffen das Umweltzeichen mit der grössten Verbreitung.  Die Kennzeichnung erfolgt freiwillig durch die Hersteller nach entsprechender Produktemissionsprüfung und Lizenzvergabe durch die Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte (GEV). Der EMICODE ist das einzige Gütesiegel für Verlegewerkstoffe, bei dem Produkte auf dem freien Markt eingekauft und in einem Prüfinstitut auf die Einhaltung der EMICODE-Auslobung überprüft werden.

Hier geht's zum Emicode Video.

Der Blaue Engel wird für unterschiedliche Produktkategorien nach jeweils hierfür relevanten Prüfkriterien vergeben. Verlegewerkstoffe werden nach RAL-UZ 113 geprüft. Nach externer Prüfung des Emissionsverhaltens sowie Erfüllung weiterer Auflagen zu Inhaltsstoffen und Gebinde- bzw. Datenblatt-Hinweisen wird die Blaue Engel-Lizenz durch das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) erteilt. Die Kennzeichnung mit dem Blauen Engel erfolgt freiwillig. Beim privaten Endverbraucher ist er das Umweltzeichen mit dem grössten Bekanntheitsgrad.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Blauen Engel.

Die zertifizierte Produkteauswahl aus Haftvermittlern, Spachtelmassen und Klebstoffen ist sehr gut geeignet für MINERGIE-ECO und entsprechen der 1. Priorität von ECO-BKP. Im Hinblick auf ökologische und gesundheitliche Bedürfnisse erhalten Bodenleger, Architekten und Planer damit eine zusätzliche Unterstützung bei der Auswahl besonders nachhaltiger UZIN Produkte. Somit werden die Wünsche öffentlicher und privater Auftraggeber noch besser erfüllt und das ganz ohne Kompromisse in Sachen Qualität und Verarbeitung.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum ECO BAU.

Über die CE-Kennzeichnung bestätigt der Produkthersteller, dass sein Produkt die Vorgaben der zugrundeliegenden europäischen Norm erfüllt. Produkte, für die eine harmonisierte EN-Norm (oder ETAG) vorliegt, müssen CE-gekennzeichnet werden, und der Hersteller muss qualitätssichernde Massnahmen nachweisen. Die CE-Kennzeichnung auf der Produktverpackung gibt die wesentlichen technischen Leistungsmerkmale eines Produktes wieder. Die CE-Kennzeichnung ist für sich genommen kein Qualitätsmerkmal eines Produktes. Mit der Kennzeichnung übernimmt der Hersteller jedoch die Verantwortung dafür, dass alle deklarierten Leistungsmerkmale überwacht und dauerhaft eingehalten werden.

Das Übereinstimmungszeichen (abgekürzt auch Ü-Zeichen) kennzeichnet die Verwendbarkeit eines Bauprodukts. Die Ü-Kennzeichnung belegt, dass das jeweilige Produkt nationale bauaufsichtlichen Vorgaben des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) zum Nachweis bestimmter Produkteigenschaften erfüllt. Dies betrifft beispielsweise Bodenbelags- oder Parkettklebstoffe, für die seit ca. 5 Jahren eine Zulassungspflicht gilt, wenn diese Produkte in Aufenthaltsräumen verarbeitet werden sollen. Im Fall der Klebstoffe wird die Zulassung erteilt, wenn bestimmte Anforderungen an das Emissionsverhalten durch eine entsprechende Emissionsprüfung nachgewiesen wurden.

Das Steuerrad ist das EU-weit gültige Konformitätszeichen, das dem jeweiligen Produkt die Eignung zur Schiffsausrüstung bestätigt. Voraussetzung ist das Bestehen einer definierten Brandprüfung des Produkts (EG-Baumusterprüfung → Modul B) sowie die regelmässige Überwachung der Qualitäts­sicherungs­verfahren am Produktionsstandort durch eine zugelassene Zertifizierungsstelle (→ Modul D) Träger des Steuerrads ist IMO, International Maritime Organisation, eine Unterorganisation der UNO.

In Frankreich müssen Bauprodukte seit Januar 2012 entsprechend ihrer Emissionen eingestuft und mit einer der Emissionsklassen A+, A, B oder C gekennzeichnet werden, wobei A+ für die beste und C für die schlechteste Emissionsklasse steht. Die Kennzeichnungspflicht gilt für alle Bauprodukte, die dauerhaft im Innenraum verarbeitet werden. Der Hersteller stuft sein Produkt auf Basis einer definierten Produkt-Emissionsprüfung in eine der vier Emissionsklassen ein.

Die deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) vergibt das Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen. Die DGNB hat ein Gebäudezertifizierungssystem entwickelt, das Gebäude umfassend bewertet. Es bewertet gleichsam die ökologischen, soziokulturellen sowie die ökonomischen Aspekte eines Gebäudes. Im Vergleich zu anderen Gebäudezertifizierungssystemen (LEED, BREEAM) setzt sich das DGNB-Gütesiegel sehr intensiv mit der Ökonomie eines Bauwerks auseinander.

LEED ist ein US-amerikanisches Gebäudezertifizierungssystem, das international verwendet wird. LEED steht für „Leadership in Energy and Environmental Design“.  Das Bewertungssystem setzt Standards für ökologisch und soziokulturell leistungsstarke Gebäude.

Bauprodukte müssen bestimmte Anforderungen an den VOC-Gehalt und auch seit der letzten Überarbeitung des LEED-Systems an die Innenraumluftqualität erfüllen. Des Weiteren gibt es Anforderungen an die Herkunft sowie an den Recycling-Anteil der eingesetzten Materialien.

Produkte, die auf der Verpackung oder im Produktdatenblatt mit dem Button „LEED contributing Produkt“ gekennzeichnet sind, erfüllen die VOC- und Innenraumluftanforderungen nach LEED und sind damit auch für LEED-Bauvorhaben bestens geeignet.

BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) ist ein Gebäudezertifizierungssystem das ursprünglich aus Grossbritannien stammt, das sich aber mittlerweile in vielen Ländern etabliert hat. Das Bewertungssystem liefert eine umfassende Betrachtung ökologischer und soziokultureller Aspekte der Nachhaltigkeit von Gebäuden. Gebäude können dabei die BREEAM-Kriterien „erfüllt, gut, sehr gut, ausgezeichnet und hervorragend“ erfüllen.

Auch BREEAM stellt an Produkte Anforderungen, die sich hauptsächlich auf die Innenraumluftqualität beziehen. Des Weiteren werden bestimmte gesundheitsgefährdende Substanzen vom Einsatz in BREEAM-Bauvorhaben ausgeschlossen.

Umweltproduktdeklarationen (EPD- Environmental Product Declaration) sind durch einen unabhängigen Dritten überprüfte Dokumente, die Aussagen über die Umweltwirkungen eines Produkts über den gesamten Lebenszyklus machen. Darüber hinaus enthalten sie u. a. Informationen über das Emissions- und Brandverhalten. Zeichengeber ist das Institut für Bauen und Umwelt e.V.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu EPD.

Die UZIN ÖKOLINE ist eine Produktlinie, die besonderen Fokus auf gute Innenraumluftqualität legt. Produkte, die dieses Logo tragen, sind gleich mit zwei Emissionskennzeichen ausgezeichnet und zwar mit dem EMICODE und dem Blauen Engel.

Mehr dazu auch unter UZIN ÖKOLINE.

Silvan Felder
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